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UNICARD

Ubiquitous Computation, Globale Vernetzung und das Ende der Privatsphäre

von John Walker
Revision 8 - 28. Februar 1994
Originalquelle

Vorwort

Für die Bedrohungen für die Privatsphäre werden oftmals Anstrengungen der Regierungen oder großer Firmen angesehen, die ihre Macht nutzen um die Rechte der Individuen einzuschränken. Oft sind es aber die Individuen selbst, die ihre Privatsphäre für ein Versprechen von Sicherheit, oder noch öfter für die Bequemlichkeit aufgeben. Basierend auf Technologien, die bereits verfügbar sind oder in den nächsten Jahren verfügbar sein werden, untersucht dieses Papier wieviel Bequemlichkeit noch erlangt werden kann und wieviel Privatsphäre verloren geht, wenn diese Technologien weit verbreitet sein werden.

Einführung

Jahrzehntelange Trends in der Nutzung von Computern, bei der Kommunikation, bei Bank- und Finanzgeschäften und in Sicherheitsfragen werden noch in diesem Jahrzehnt auf eine neue Art von Vernetzung zwischen den Menschen hinauslaufen, sowie auf neue Wege der Interaktion zwischen Individuen und Institutionen.

Die genaue Form, in der dies geschehen wird, und die längfristigeren Auswirkungen sind genauso unmöglich vorherzusagen, wie es im Jahre 1875 unmöglich gewesen wäre all die Bereiche zu vorauszusehen, in denen das Telefon Teil des modernen Lebens unsere Zeit geworden ist. Dennoch kann man genau so wie man 1930 voraussagen konnte, daß es wahrscheinlich einmal möglich sein wird jeden Telefonanschluß von jedem anderen der Welt direkt anzuwählen, die in nächster Zukunft zu erwartenden technologischen Entwicklungen extrapolieren. Technologien die empfundene Bedürfnisse befriedigen werden oftmals schnell angenommen. Dieses Papier wird die Trendtechnologien hinter dieser kommenden Revolution identifizieren, umreißen wie die Produkte, die aus dem Erwachsenwerden dieser Technologien hevorgehen, für die Menschen, die sie kaufen, aussehen und sich anfühlen könnten und über einige der aus diesen Entwicklungen sich ergebenden möglichen politischen und sozialen Folgen nachdenken.

Ich habe "Unicard"(tm) erfunden um die Verkörperung dieser neuen Ära der Technologie zu sein. Die folgende Definition ist entnommen aus "The Unicard Interface - Provider's Design Guide" in der Ausgabe von 1998, herausgegeben vom Unicard Konsortium. Es beschreibt das, was heute als Unicard I bekannt ist.


    Physikalisch beschrieben ist Unicard eine 54x85 mm kleine Plastikkarte, 0,5mm dick und ausgestattet mit einem Standard-Mikroprozessor, der Unicard Interface-Software in einem ROM, dem eindeutigen Identifizierungscode und 4 Megabyte nichtflüchtigen Speichers. Die Schittstelle zwischen der Unicard und externen Geräten funktioniert über eine induktiven Verbindung, die während der Abfrage und bidirektionalen Datenübetragung gleichzeitig die Karte gleichzeitig mit Energie versorgt[4]. Jede Unicard enthält eine unveränderliche 512 Bit Identifikation. Das Äußere der Unicard enthält Bereiche für ein Foto des Eigentümers der Karte, einen Magnetstreifen für die Kompatibilität zu Kreditkartenlesern der ersten Generation und ein holographisches Signet zur Gültigkeitsprüfung. Der Rest der Kartenoberfläche ist verfügbar für dekorative Elemente.
    
    Unter dem Aspekt der Funktionalität dient Unicard dem Kartenbesitzer zur Identifikation bei allen Formen von Transaktionen und Interaktionen. Unicard kann all die folgenden Arten von Identifikation und Zeugnissen potenziell ersetzen:
    * Pässe und Visa
    * Haus- und Autoschlüssel
    * Führerschein und Fahrzeugpapiere
    * Nationale Ausweise
    * Firmenausweise
    * Kreditkarten, Guthabenkarten und Automatenkarten
    * Krankenversicherungskarten
    * Krankengeschichten-, Blutgruppen- und Organspende-Karten
    * Autoversicherungskarte
    * Telefonkarten
    * Mitgliedskarten für Clubs, Museen usw.
    * Clubcarte für Vielflieger und Couponkarte
    * Rabattkarte für Autoverleih
    * Zug-, Bus-, Flugzeug-, Maut- und Brücken-Tickets
    * Bordkarten der Fluggesellschaften
    * Bahncard und ÖPNV-Ausweise, Abonnementkarten
    * Impfpass
    * Telefonnummer
    * Persönliches Telefonverzeichnis
    * Passworte für den Zugang zu Computern, Diensten und Netzwerken
    * Zugriffsschlüssel für Softwarepakete
    * Schlüsselkarten für Kabel- und Satelliten-Fernsehen
    * Persönliche ID für Handy und PDA
    * Schlüssel für elektronische Mail, Telefon und Fax
    * Elektronische Signaturschlüssel
    * Bargeld
    Unicard setzt nicht voraus, daß irgendeines der obigen Dokumente abgeschafft wird; Sie können weiterhin herausgegeben und separat genutzt werden, wenn das gewünscht ist. Der Unicard-Besitzer kann aber all diese Funktionen in der Unicard zusammenfassen, wenn er sie in die Obhut einer Unicard Mitgliedsorganisation gibt. Die meisten der mit der Unicard verbundenen Daten und Informationen sind nicht physisch auf der Karte gespeichert, sondern werden über einen hochsicheren Schlüssel aus den Datenbanken verschiedener Organisationen geliefert, sowohl von staatlichen wie kommerziellen "Providern", deren Computer an den weltweiten Unicard-Backbone angeschlossen sind.

Trends

Die folgenden Trends sind alle gegenwärtig schon weitverbreitet und werden die techologische Infrastruktur für Unicard liefern.

Ubiquitous Computing

Dieser Ausdruck wurde beim Xerox PARC [1] für die nächste Phase in der Evolution der Computer erfunden. Der Personal-Computer, der ein Nachfolger des Xerox PARC Alto/Dynabook aus den 1970er Jahren ist, ist heute in mit GUIs ausgestatteten, hochleistungsfähigen und vernetzten Computern zur Realität geworden. Er wird gerade abgelöst von einer Art von Computer, die gleichzeitig indiviueller und doch weniger persönlich (personal) ist.

Die kommerzielle Umsetzung dieses Trends ist an sich überschlagenden Entwicklungen bei der Technologie der Personal Digital Assistants (PDAs), wie etwa des Apple Newton und EO, zu ersehen. Xerox PARC sieht eine Ära voraus, in der ein Mensch zehn oder zwanzig Computer haben wird - genau wie er zehn oder zwanzig Bücher und Magazine, oder Notizblöcke usw., an verschiedenen Plätzen offen und bereit hält - die alle Zugriff auf denselben Pool an Informationen haben und damit kommunizieren können. Wenn diese Geräte genau so verbreitet sind wie Stöße von Papier, dann sind sie so individuell wie der Notizblock, auf dem Sie die Löcher in meiner Argumentation aufzählen, der ja auch nur in dem Sinne persönlich ist, daß sie gerade darauf schreiben. Sobald sie die beschriebenen Zettel abreißen, ist es wieder nur ein Notizblock.

Wenn Computer einmal so allgegenwärtig und so universell kommunikationsfähig sein werden, dann geht es nur noch darum, wer Sie _sind_ und nicht _welchen Computer sie benutzen_. Ein Computer dadurch, daß Sie ihn aktivieren und sich identifizieren (durch Einführen der Unicard in den Cardslot) zu "Ihrem Computer" -- mit Zugriff auf all ihre Dateien, Privilegien usw. Wenn Sie ihn abschalten hört er auf "Ihrer" zu sein und wird wieder "nur ein Computer", wie auch jeder Block mit unbeschriebenem Papier "nur ein Notizblock" ist.

Ubiquitous Computing tritt auch in ganz unerwarteten Bereichen auf, sogar im klobigen Xerox PARC Prototyp. PARCs Äquivalent zur Unicard wird "tag" genannt -- eine eindeutige Identifikation für ein Individuum. Die Fähigkeit dieser Tags, sie von der Ferne auszulesen (eine verbreitete Fähigkeit etwa bei Werksausweisen Mitarbeiter), erlaubt es Telefonanrufe für eine Person automatisch zum naheliegendsten Telefonapparat umzuleiten, oder Benachrichtigungen für das Eintreffen von E-Mail, Faksimiles und Mailbox-Nachrichten auf einer Anzeigentafel in dem Raum darzustellen, in der die jeweilge Person sich gerade aufhält, oder auch auf einem tragbaren UniPad. Der aktive Werksausweis, der es erlaubt die Position von Personen im gesamten Bereich, in dem Sensoren installiert sind, zu verfolgen, ist ein kommerzielles Produkt verfügbar bei der Firma Olivetti [3].

Diesen Trend bei Personal Digital Assistants kann man ausführlich bei Doonesbury verfolgen (www.doonesbury.com). Persönliche Kommunikatoren, die eine identifizierung der Personen, drahtlose Kommunikation und andauernde Verfolgung des Aufenthaltsortes erlauben, sind allgegenwärtiges und unauffälliges Inventar bei Star Trek: The Next Generation [6]; Der Leser sei darauf hingewiesen, daß nur weil etwas bei Star Trek zu sehen ist dies nicht bedeutet, daß es gegenwärtig unmöglich ist.

Universeller Internetzugang

Das Internet verbindet gegenwärtig (Anm. d. Übers.: 1994) mehr als 6 Millionen Computer und mehr als 20 Millionen Personen. In den letzten paar Jahren hat sich die Zahl der Leute mit Zugriff auf das Internet in jedem Jahr verdoppelt. Die meisten Beobachter erwarten, daß sich dieser Trend in der voraussehbaren Zukunft fortsetzt bis zu dem Punkt, an dem ein Internetzugang genau so breit verfügbar ist wie ein Telefon mit der Möglichkeit weltweit Anrufe zu erledigen (wobei diese Verfügbarkeit sehr stark zwischen der Ersten und der Dritten Welt variiert -- und ich erwarte, daß die Internetzugänge in ähnlicher Weise dieser Verteilung folgen).

In den letzten paar Jahren wandelte sich für jede Organisation, die mit Wissenschaft und Technologie zu tun hat, der direkte Internetzugriff von einem Luxus in eine Notwendigkeit. Solche Institutionen und Firmen, die aus Furcht oder aus Mißverständnis der Ökonomie, noch keinen Anschluss an das Internet haben, werden aktuell von ihren Mitarbeitern getragen, die persönliche Accounts bei kommerziellen Internet Serviceprovidern wie Panix, Metronet, Netcom, The Well, EUnet usw. haben. In dem Maße, wie direkte Hochgeschwindigkeitsanschlüsse an Bedeutung gewinnen, werden diese übervorsichtigen und unter Platzangst leidenden Organisationen auf der Datenhalde der Geschichte landen, direkt neben den Unternehmungen des frühen zwanstigen Jahrhunderts, die das Telefon für eine unnötige Ablenkung hielten.

Gleichzeitig mit dem Ausbau und der Erhöhung der Bandbreite der Internet-Backbones hat sich auch die Reichweite des globalen Datennetzwerkes erweitert. Die Integration von X.25 Verbindungen der letzten Generation in die ISDN Dienste hat den paketvermittelnden Dienst im grössten Teil Europas und (später) auch in den beiden Amerikas dem Nutzer so nahe gebracht, wie die nächste Telefonbuchse. Die meisten Länder der Ersten Welt haben nun mehrere Internet-Serviceprovider, die Dial-Up SLIP oder PPP Verbindungen direkt ins Netz erlauben, hin zu jedem Kunden mit einem Modem. Das Aufkommen von 56kbit/s Modems verspricht diesen Dienst auch in Gebiete zu verteilen, die noch nicht von ISDN bedient werden.

Die Asymmetrie der Bandbreite bei der Internetnutzung von Individuen (hohe Bandbreite eingehend, geringe Bandbreite ausgehend) selbst führte zu asymmetrischen Lösungen. Im Westen biete PageSat einen Satelliten-Downlink für NetNews und elektronische Post an, der lediglich einen unauffälligen 63cm Spiegel für den Empfang benötigt [11]. Einige Kabelfernsehanbieter (die reichlich Bandbreite frei haben) bieten ihren Abonnenten eine 10Mbit/s Internetanbindung an.

So wie die Breite und Bandbreite des Internet in den letzten paar Jahren gewachsen ist, wird seine Allgegenwärtigkeit in den nächsten paar ansteigen. In der San Francisco Bay-Area ist drahtloser, bidirektionaler Internetzugang mit 19,2kbit/s bereits verfügbar -- Sie können NetNews lesen während sie mit dem Hund spazieren gehen oder im Stau stecken. Der welteite Ausbau digitaler Kommunikationszellen (GSM im größten Teil der Welt, eine inkompatible aber vergleichbare Variante in den USA und ihren technologischen Kolonien) wird drahtlosen 56kbit/s Mobilzugriff auf das Netz überall da erlauben, wo jeman ein Mobiltelefon nutzen kann. Der Stapellauf von Motoroas Iridium (und/oder anderer, konkurrierender LEO COMSAT Schwarmsysteme) wird den Netzwerkzugang, wenn auch mit geringerer Bandbreite, an den entferntesten Plätzen des Globus verfügbar machen. Ein Mitglied einer Expedition, die den Mount Erebus in der Antarktis besteigen, kann seine Unicard in ein PDA mit Iridium-Fähigkeit einstecken und Bilder, die Sekunden vorher mit der PDA-Kamera geschossen wurden, an einen Kollegen schicken, der beim Projekt der Bohrungen am Eisschild Grönlands beteiligt ist. Wenn sie sich mit lästigen Verzögerungen und klötzchenhaften MPEG Artefakten abfinden, können beide in einer Bildtelefonverbindung über die Bilder diskutieren.

Das kommende Zeitalter des Internet in der öffentlichen Wahrnehmung wurde auch durch sein Auftauchen bei Doonesbury und in The New Yorker signalisiert.


Drahtlose Technologien

Die ursprüngliche Befreiung von den Kabeln, die durch die erste Generation der Mobiltelefone stattfand, hat eine Flut von drahtlosen, ortsungebundenen Geräten hervorgerbacht. Ob durch Netzzellen, Satelliten im niedrigen Erdorbit, Breitband UHF oder LANs über diffuses Infrarot innerhalb von Gebäuden entstehen immer neue Technologien, die es kleinen, autonomen Objekten auf globaler Ebene erlauben, ohne Drähte miteinander zu kommunizieren.


Public Key Kryptographie und Digitale Signaturen


Unicard Utopie

Es ist der 20. Juli 2004 und es ist erst fünf Jahre her, daß das Unicard Konsortium die Unicard in Testmärkten, verteilt über den ganzen Globus, eingeführt hat. Schlechtgemacht durch einen "Profilbericht" auf den Technologieseiten des Wall Street Journals nur einen Monat vor ihrer Einführung, wurde das ursprünglich geplante Angebot einer öffentlich verfügbaren Unicard zurückgezogen. Die Hoffnung des Konsortiums dabei war, die Glaubwürdigkeit (und den Wert) durch den Beweis wiederherzustellen, daß die Unicard eben nicht die "Schnüffelkarte" oder die "Kontokaputtkriegkarte" aus der Beschreibung des Wallstreet Journal Artikels sei.

Im Rückblick auf diese fünf Jahre ist es schwer sich vorzustellen, dass so wenige Investoren an die Unicard glaubten, dass als das Konsortium schließlich 1999 an die Börse ging, der Aktienausgabepreis - inklusive folgender Aktiensplits - weniger als zehn Cent betrug. Es ist noch schwieriger sich eine Welt ohne Unicard vorzustellen. Denn was ist die heutige Unicard anderes als ein Mitgliedsausweis, der jeden Bürger der Erde identifiziert und so viele schwierige Probleme der Zivilisation, die viele Jahrhunderte bestanden, einfach in einem Rutsch beseitigt?

Mit der Unicard schließen sich Türen von selbst in dem Moment auf, in dem Sie die Hand auf den Türknauf legen, bleiben aber vor Eindringlingen verschlossen. Der Starter ihres Autos funktioniert nur für die Leute, die autorisiert sind den Wagen zu fahren. Sie sind befreit von dem Zwang Bargeld mit sich herumzutragen, Kreditkarten, Führerscheine, Fahrzeugpapiere, Versicherungsscheine, Ausweise und all diesen Kram -- sie benötigen all das nicht mehr, solange sie die Unicard haben, und die haben sie immer. Würden sie denn ansonsten -- ohne all die Dinge, die die Karte ersetzt -- vor die Tür gehen?.

Die Angst vor Diebstahl gehört der Vergangenheit an. Wenn Sie die Unicard verlieren oder jemand dumm genug ist, sie zu stehlen, rufen sie einfach die 119 von irgendeinem Telefon aus an -- es wird keine Unicard dazu benötigt -- und lassen die alte Karte sperren. Sie können ihre neue Karte bei jeder Post oder Bank innerhalb einer Stunde abholen. Ein Betrüger, der versucht die von ihnen gestohlene Karte zu nutzen, wird seinen Aufenthaltsort mit jeder ausgeführten Transaktion verraten, wobei die Strafverfolger den Schurken immer enger umzingeln. Und das Unicard-Sicherheitsnetzwerk entschädigt jeden Unicardnutzer für alle Verluste, die durch Diebstahl oder Betrug mit seiner Karte entstehen.

Mit der Ankündigung von Unicard IV, die am 20. Juli 2002 veröffentlicht wurde, wurde ein großer Schritt hin zu "Freiheit durch Sicherheit (tm)" gegangen. Ausgerüstet mit einem Kleinsender geringer Leistung brauchte die Unicard IV vom Besitzer nicht einmal mehr gezeigt oder durchgezogen zu werden, außer bei Lesegeräten der alten Generation. Erinnern Sie sich an all die Jahre, in denen Sie Zeit in der Warteschlange ihres Supermarkts verbrachten und zusahen, wie ihr gesamter Einkauf computererfasst wurde und sie dennoch am Schluß mit Quittungen und Münzen herumhantieren mußten? Wie natürlich ist es im Vergleich dazu heute, wo sie einfach an der Kasse vorbei gehen können und die Unicard in ihrer Tasche automatisch das von ihnen ausgewählte Konto mit dem Preis für den Einkauf belastet.

Toll-Collect Einbuchungsgeräte, Einreisewarteschlangen auf dem Flughafen, Firmen Sicherheitszugänge und Angestelltenausweise sind verschwunden wie Morgentau Dank der Unicard. Unicard ist nicht mehr nur ein "Sesam öffne dich" für verschlossene Schranken, sondern vielmehr eine unsichtbare Kraft, die alle Schranken obsolet und unnötig macht.

Wie viele Eltern erinnern sich an die Angst vor Kindesentführung vor Einführung der Unicard? Nun ist die Unicard einfach in die Kleidung des Kindes eingenäht und es geht nie mehr verloren -- ein einfach Anruf bei ihrem lokalen Unicardbüro oder bei der nächsten Polizeistation, abegsichert durch ihre Eltern-Unicard, liefert ihnen direkt den Aufenthaltsort ihres Kindes. Keine verlorengegangenen Kleinkinder mehr -- ein einfacher Scan ihrer Unicard identifiziert den am nächsten stehenden Elternteil und schickt automatisch einen Anruf an sein Mobil- oder Festnetztelefon, oder wenn sie beides nicht haben, an das nächstliegende öffentliche Telefon. Um die Wirkung der Sicherheit die Unicard bietet noch zu erhöhen, entscheiden sich viele Eltern nun dazu, ihren Babies direkt nach der Geburt einen Chip subkutan anbringen zu lassen, der kompatibel zur Unicard ist. Die Technik der Implantation ist seit über 20 Jahren im Bereich der Veterinärmedizin auf Verträglichkeit getestet und bei gegenwärtig bereits mehr als 15 Millionen Implantanten könnte die Unicard als separat getragene Karte in bereits absehbarer Zeit überflüssig werden. Das Unicard-Konsortium versteht aber, daß sich viele Menschen mit dem Konzept des Identitätschips unwohl fühlen und kümmert sich so zwar um die Kompatibilität zwischen Unicard und den Implantaten der anderen Konsortiumsmitglieder, spricht sich aber weder für noch gegen die Implantation aus. Das Unicard-Konsortium ist strikt gegen jeden Versuch von Konzern oder Regierungen, die Implantate verpflichtend einzuführen.

Mit Annahme der Konvention des Zeugnisrechts durch die Vereinten Nationen im Jahre 1998 und mit der folgenden Umsetzung in nationales Recht, zuerst in der Republik Kalifornien im Jahre 1999 und später, 2001, in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, mußte jeder Bürger und jeder Einwohner der Unterzeichnerstaaten gesetzlich gültige Dokumente zur Identifizierung stets bei sich tragen. Unicard war selbstverständlich lediglich eine Alternative zu den nationalen Ausweispapieren, aber in der Praxis wurde sie wegen ihrer überzeugenden Vorteile die Karte der Wahl bei 998 von 1000 US- und EU-Bürgern. Die Umsetzung der UNCC (United Nations Convention on Credentials) führte zu einer drastischen Einschränkung der Möglichkeiten überhaupt noch Straftaten zu begehen, da das Nichtmitführen von Ausweispapieren zu einem Verhaftungsgrund wurde und jedes Individuum genau eine einzige Unicard (oder einen nationalen Ausweis) mit sich tragen mußte, deren Daten im Verdachtsfall mit einer Datenbank der Personendaten abgeglichen werden konnte. Das praktisch vollständige Verschwinden von Bargeld in den ökonomisch hochentwickelten Ländern führte zu einer raschen Lokalisierung und Frestnahme von Kriminellen, deren Unicard ID durch eine Gerichtsanordnung markiert war -- wenn die Unicard von jemand geblockt wurde, blieben ihm wenig Alternativen dazu, sich freiwillig den Behörden zu stellen.

Der Unigate Skandal des Jahres 2000 war ein schwerer Rückschlag für das Unicard-Konsortium, aber er stärkte es - im Laufe der Zeit - und stellte das Vertrauen der Öffentlichkeit in die garantierte Privatsphäre wieder her, auf der das "Freiheit durch Sicherheit" Konzept von Unicard beruhte. Bei Unigate hatten Unicard Netzwerkmanager der unteren Ebenen Daten über Einkäufe von Luxusgütern aus Archiven und Sicherungskopien der Daten extrahiert und sie an Werbeversender verkauft. Sie deckten so Schwachpunkte sowohl im Management, als auch in der Technik auf, die im Anschluß durch das Konsortium behoben wurden, das so in vollem Umfang die Forderungen einer Spezialkomission des EU Parlamentes, sowie die Ergebnisse einer internen Untersuchungskomission erfüllte. Ohne den Versuch zu machen, die Schwere der aufgetretenen Sicherheitslücke zu beschönigen, wies Unicard auf die in den 1980er und 1990er Jahren übliche Praix der Kreditkartenunternehmen hin, solche Daten über ihre Kunden routinemäßig zu sammeln und zu vermarkten. Unicard zeigte sich stolz auf fünf Jahre Betriebszeit und Milliarden von Transaktionen, Bankauszügen, Gesundheitsinformationen, Reisedaten, Steuerinformationen, private Schlüssel zur verschlüsselten Kommunikation oder eines der vielen anderen Dinge, die Unicardnutzer mit ihrer Karte im Zugriff hatten und die vollständig abgesichert waren, geschützt gegen unberechtigten Zugriff und durch ein zwischen Unicard und den Jurisdiktionen der Heimatländer der Unicardbesitzer ausgehandeltes Key-Escrow abgesichert.

Schließlich hat Unicard auch für mehr als 99% seiner Kartenbesitzer die Notwendigkeit der Aufbereitung einer Einkommensteuererklärung abgeschafft. Durch die einfache Tatsache, daß alle steuerrechtlich bedeutsamen Transaktionen über die Unicard abgewickelt werden, können vom Kartenbesitzer ausgewählte Steuerbüros oder Buchhaltungsfirmen für eine angemessene Gebühr die vollständignen nationalen und lokalen Steuererklärungen für den Kartenbesitzer übernehmen, wobei die Gut- oder Lastschriften direkt mit dem vom Nutzer ausgewählten Girokonto verrechnet werden. Die Vereinigten Staaten schätzen, daß die Einführung der automatischen Steuerabrechnung mit Unicard eine Nettosteigerung der Produktivität im Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr erbracht und gleichzeitig mehr als 50 Milliarden US-Dollar an Steuerbetrügereien unterbunden hat. Mit den Worten des Treasury Secretary der USA hat "Unicard eine entscheidende Rolle bei der Beseitigung von Haushaltslöchern im Budget Amerikas gespielt".

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